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28.08.2020 08:00

Wie wahrscheinlich ist eigentlich ein Blackout?

Einschätzung der Bundesregierung zur Sicherheit der Energieversorgung
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© Gorodenkoff Productions OU / Fotolia

Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche auf eine Kleine Anfrage zum Zustand der IT-Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland Stellung genommen. Nach Ansicht der Fragesteller kann die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung zu einer erhöhten Eintrittswahrscheinlichkeit von Ausfällen der Energieversorgung führen, da die Angriffsoberfläche der Energieversorger und Netzbetreiber vergrößert werde. Die kritischen Komponenten dieser Digitalisierung und Automatisierung gelten daher möglicherweise als Ziele von Cyberkriminellen oder fremden Staaten.


Wer nicht spätestens jetzt an Marc Elsbergs Roman Blackout und an die darin beschriebenen katastrophalen Folgen eines – zum Glück nur fiktiven - zwei Wochen anhaltenden großflächigen Stromausfalls in Europa denkt, der hat den wirklich spannenden Bestseller wohl einfach noch nicht gelesen.


Aber wie wahrscheinlich ist denn nun eigentlich ein überregionaler Blackout? Nach Ausführungen der Bundesregierung sind langanhaltende und mindestens überregionale Stromausfälle „extrem selten“. So sei das gesamte kontinentaleuropäische Verbundnetz "noch nie schwarz gefallen, einzelne Regionen sehr selten". Die hohe Versorgungsqualität der letzten Jahre sei auf die vorgesehenen Mechanismen der Netzbetreiber und deren regionale sowie europäische enge Abstimmung zurückzuführen, die sich auch in angespannten Situationen bewährt habe.


Die Bundesregierung geht darüber hinaus auch mit Blick auf bundesweite oder das gesamte europäische Verbundnetz betreffende Stromausfälle davon aus, dass diese „äußerst unwahrscheinlich“ seien. Eine konkrete Wahrscheinlichkeit lasse sich dafür aber nicht angeben. Selbst wenn der sehr unwahrscheinliche Fall eines mindestens überregionalen Stromausfalls eintreten würde, so würden die Netzbetreiber durch ihre Netzwiederaufbaukonzepte für eine schnelle Wiederkehr der Stromversorgung sorgen. Hierfür werden schwarzstartfähige Kraftwerke vorgehalten, die auch ohne Zufuhr elektrischer Energie von außen anfahren und einen Netzabschnitt aus einem vollständig abgeschalteten Zustand wieder unter Spannung setzen können.


Auf die Frage, in wie vielen Vorfällen in den vergangenen drei Jahren Cyberkriminelle teilweisen, vollständigen oder auch rein lesenden Zugriff auf die Netzwerke der deutschen Energieversorger herstellen konnten, teilt die Bundesregierung mit, dass es im Jahr 2018 drei und im Jahr 2019 zwei Zugriffe auf informationstechnische Netzwerke gegeben habe. Seitens des BKA seien aber in diesem Zusammenhang keine Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Hackingangriffen auf deutsche Energieversorger geführt worden.


Die gesamte Antwort der Bundesregierung (BT-Drucksache 19/21674) können Sie bei Interesse hier abrufen.

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